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Biocity und IZS in Münster
Das Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz in der BioCity im Allwetterzoo Münster Am 18. Oktober 2003 ist das Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz (IZS) offiziell eingeweiht worden. Damit war der erste Baustein zur heutigen BioCity mit ihren drei „Abteilungen“ gelegt. Ziel des IZS ist es, zumindest einige asiatische Schildkrötenarten vor der akut drohenden Ausrottung zu retten. Das IZS, das in Kooperation mit der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e. V. und der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde entstand, wurde von zahlreichen Förderern und Sponsoren im In- und Ausland unterstützt. Es soll den Schildkröten allerdings nicht nur kurzfristig einen sicheren Hafen bieten, sondern langfristig ihr Überleben sichern. Nur durch die Kombination von Schildkrötenzucht und Schutz der Lebensräume werden die Tiere vor der Ausrottung bewahrt. Das IZS ist für die Zoobesucher nicht zugänglich. Aber an der Außenseite des Gebäudes und im Ausstellungsbereich der BioCity gibt es Einsichtmöglichkeiten in die Station sowie Schaubecken für den Schildkrötennachwuchs. Inzwischen leben hier mehr als 120 Schildkröten aus dem überaus seltenen Bestand des Nottulner Schildkrötenzüchters Elmar Meier. Vorerst ist nur der Zuchtraum für tropische Schildkrötenarten in Betrieb, ein zweiter Raum für subtropische Arten wird folgen. Im Herbst 2004 konnten Zoo und Elmar Meier sich über die ersten Zuchterfolge freuen. Die Premiere gelang einer kleinen McCords Schlangenhalsschildkröte. Diese Art gilt derzeit als eine der bedrohtesten Wasserschildkröten der Welt. Auch bei der wohl einmaligen Zuchtgruppe der Goldkopfschildkröten gab es Nachwuchs. Damit stieg der Weltbestand dieser hochbedrohten chinesischen Art auf insgesamt 110 Tiere an, 27 davon gehören dem münsterschen Zuchtprojekt. Neben der Zucht hochbedrohter asiatischer Wasserschildkröten in Münster soll den asiatischen Schildkrötenarten aber auch ein Überleben in den Herkunftsländern ermöglicht werden. Der Allwetterzoo unterstützt daher eine vorbereitende Untersuchung in China, um eventuelle Restpopulationen der extrem seltenen Scharnierschildkröten im Freiland ausfindig zu machen und dadurch Schutzmaßnahmen im natürlichen Lebensraum einleiten zu können. Bei der Suche nach den dafür notwendigen Geldmitteln kann die aktuelle Schildkröten-Kampagne „ShellShock“ des europäischen Zooverbandes (EAZA) wichtige Unterstützung liefern.
----------------------------------------------------------------------------------------------- Die Ausstellung über Biodiversität in der BioCity im Allwetterzoo Münster Die Ausstellung in der BioCity zeigt die Bedeutung der biologischen Vielfalt und ihre akuten Bedrohungen. Bionik, Artenschutzmaßnahmen sowie das lebenswichtige Element Wasser sind weitere Themen. Die Ausstellung zeichnet sich durch bemerkenswerte visuelle Eindrücke, innovative Medien und spielerische Elemente aus. Sie geht über den Raum der BioCity hinaus und bezieht Landschaft und Architektur des Allwetterzoos ein. In Inhalt und Form ist sie einzigartig in der Zoolandschaft. Im Eingangsbereich des Zoos führt eine Lichtinstallation in die Ausstellung, inspiriert durch die farbigen Strichcodes der DNA-Analysen - jede der unzähligen Farbkombinationen beschreibt ein unverwechselbares Profil. Im Inneren macht eine große Raumform mit Modellkästen neugierig auf die Themen der Biodiversität. Der Begriff geht zunächst nicht einfach von der Zunge. Eine Medieninstallation ermuntert zum Nachsprechen - als Belohnung erscheint das Bild des Besuchers auf einem Bildschirm im Eingangsbereich. Für alle sichtbar wird er zum Mitglied der BioCity. Doch der Spaß wird nicht zu weit geführt, im Mittelpunkt stehen die akuten Bedrohungen durch weltweite Lebensraum- und Artenvernichtung. Sie werden eindrucksvoll im Inneren des zentralen Glaskubus wiedergegeben. Was auf den ersten Blick wie schöne Aufnahmen der Erde aus dem Weltall aussieht, sind in Wirklichkeit Dokumente des Grauens: Zerstörung, Brandrodung, Regenwaldvernichtung, Ölkatastrophen, das Abschmelzen der Polkappen und - riesig wie eine Sonne - eine Wärmebildaufnahme des Ozonlochs. Eine gegenüberliegende Medieninstallation zeigt in einer wirbelnden Bilderflut das fortschreitende Zerstörungswerk: aggressiv, schnell, verstörend. Ein Textdokument steht schlicht aber wortgewaltig zwischen den Bildern: Der Anfangstext der Genesis - jenseits seiner religiösen Bedeutung bis heute ein jahrtausendealtes Dokument des Respekts und der Würde gegenüber der Natur. Die Abteilung „Bionik“ zeigt die Welt der Hightech-Entwicklungen, die ihren Ausgangspunkt im Studium der Natur und Biologie haben. Der Schutz der Ressource Wasser als wichtigstes lebenserhaltendes Element setzt den Schlusspunkt der Ausstellung. Vier über dem Wasser schwebende Kugeln, die „Bubbles“, und zwei Schaukästen enthalten Informationen und bewegliche Installationen zu Themen der Wassergewinnung, der Aufbereitung und zum globalen Grundrecht auf Trinkwasser für alle. Die Ausstellung wurde konzipiert und gestaltet vom Büro des münsterschen Ausstellungsmachers und -gestalters Dr. Ulrich Hermanns, der in Münster bereits das Pferdemuseum realisiert hat und mit weiteren Ausstellung zur Kultur- und Naturgeschichte in der deutschen Ausstellungslandschaft präsent ist.
--------------------------------------------------------------------------------- Die Forscherwerkstatt in der BioCity im Allwetterzoo MünsterDie Forscherwerkstatt bietet als modernes Wissens- und Medienzentrum Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, eigenständige „Forschungsprojekte“ unter fachlicher Betreuung durchzuführen. Inhaltlicher Schwerpunkt ist das Thema Biodiversität und deren Erforschung, Erhaltung und Nutzung. Kinder und Jugendliche werden altersgerecht an die komplexen Strukturen von Ökologie und Ökonomie herangeführt und erhalten dabei die Möglichkeit, selbstbestimmt und initiativ hierzu Kompetenzen zu entwickeln. So kommt die Forscherwerkstatt den neuen, veränderten Anforderungen der Umweltbildung nach, indem sie Kinder und Jugendliche beim Forschen, Entdecken und „Be-Greifen“ unterstützt. Die Forscherwerkstatt spricht Schülerinnen und Schüler der Unter- bis Oberstufe an, die sich für die biologische Vielfalt, den Natur- und Artenschutz, das Verhalten von Tieren oder für Nachhaltigkeit und Ökologie interessieren. In der Forscherwerkstatt können sie eigenständig oder im Team Projekte durchführen, Facharbeiten anfertigen, Wettbewerbe vorbereiten und vieles mehr. An den Gewässern, auf den Wiesen oder in den Wäldern im und in der näheren Umgebung des Zoos können die Zusammenhänge zwischen Artenvielfalt und Lebensraum direkt vor Ort erforscht werden. Die günstige Lage der BioCity im Allwetterzoo bietet den „Hobby-Forschern“ außerdem die Möglichkeit, Verhaltensbeobachtungen an den unterschiedlichsten Tierarten vorzunehmen. In dem gut ausgestatteten Labor der Forscherwerkstatt lassen sich u.a. Umweltanalysen durchführen, denn es ist möglich, die Qualität von Boden-, Wasser- oder Luftproben ermitteln. Mit Mikroskopen und Stereolupen lässt sich selbst ein Mikrokosmos, beispielsweise die Vielfalt des Lebens in einem Wassertropfen, betrachten und bestimmen. Außerdem bietet die Forscherwerkstatt Schülerinnen und Schülern ein Forum, in dem sie ihre Forschungsergebnisse mit neuen Medien präsentieren können. Zahlreiche Computer-Arbeitsplätze machen es möglich, Homepages oder Powerpoint-Präsentationen zu gestalten. Mit modernen Kameras können Ergebnisse fotografisch (auch mikroskopische Präparate) oder videotechnisch aufgearbeitet werden. Die Forscherwerkstatt richtet sich zwar schwerpunktmäßig an Schülerinnen und Schüler, begreift sich aber zugleich als ein offenes Forum für alle interessierten Besucherinnen und Besucher. Sie ist ein Ort der Begegnung von Fachleuten und Laien bei Präsentationen und Wissenschaft-Talks.
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